Was ist Ergotherapie?

Die Ergotherapie hat zum Ziel, Menschen dabei zu helfen, eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verlorengegangene bzw. noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben wieder zu erreichen.

 

Handlungsfähig im Alltagsleben zu sein bedeutet, dass der Mensch die Aufgaben, die er sich stellt und die, die ihm durch sein Leben bzw. die Gesellschaft gestellt werden, für sich zufriedenstellend erfüllen kann. Für eine effiziente Handlungsfähigkeit ist Voraussetzung, dass körperliche, geistige und psychische Funktionen weitgehend intakt sind und der Mensch in eine sinnvolle Interaktion mit der Umwelt treten kann.

 

Handlungsfähig im Alltagsleben

 

In der Ergotherapie geht es nun nicht um mechanische Wiederherstellung körperlicher, geistiger oder psychischer Funktionen, sondern darum, dass der Mensch die verschiedenen Rollen und die damit verbundenen Aufgaben in seinem Leben wieder bestmöglichst einnehmen kann. Das Erreichen von größtmöglicher Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltags-, Schul- und/oder Berufsleben ist das Ziel.

 

Es stehen deshalb auch nicht einzelne Krankheitssymptome im Vordergrund, sondern die Einschränkung der Handlungsfähigkeit. Es interessiert, was kann der Mensch auf Grund seiner Erkrankung oder Verletzung nicht mehr tun und wie kann ihm geholfen werden.

 

Handlungsorientierte Aktivitäten

 

Der Behandlungsform „Ergotherapie" liegt die Vorstellung oder das Konzept zugrunde, dass Kranke und Behinderte über alltags- bzw. handlungsorientierte Aktivitäten und Prozesse ihre für ein sinngebendes Leben erforderlichen Kompetenzen entwickeln, erhalten, wiedererlangen oder erweitern können.

 

Dabei ist der Bezug zur Umwelt von ausschlaggebender Bedeutung. Für Ergotherapeuten spielt die Anpassung an die Umwelt in zweierlei Hinsicht eine Rolle. Zum einen geht es um eine Anpassung, die der Mensch an gegebene Umweltstrukturen zu leisten hat, zum anderen darum, Umweltstrukturen an den Betroffenen anzupassen.

 

In unserer Praxis kommen folgende Behandlungsverfahren, Methoden und Konzepte zum Einsatz:

  • Sensorische Integrationstherapie nach Jean Ayres bei Störung der Wahrnehmung und deren Funktionen
  • Bobath-Therapie bei Störung von Bewegung und Selbstständigkeit
  • Basale Stimulation nach Andreas Fröhlich
  • Castillo Morales Konzept
  • Tiefenpsychologisch fundierte Gestaltungstherapie
  • Frostig Konzept
  • Befunderhebung und Testung zur Differenzierung der Störungsbilder mit standardisierten Testverfahren
  • Klientenzentrierung mit COPM
  • Selbsthilfetraining/Beratung zu Alltagshilfen
  • Training visuell-konstruktiver Fähigkeiten, Handlungsplanung, Neglect
  • Biofeedback, Herzvariabilitätstraining
  • Training von Gleichgewicht und grobmotorischer Koordination
  • Training der Feinmotorik und graphomotorischen Koordination
  • Training schulischer Grundfertigkeiten wie Graphomotorik, visueller Wahrnehmung und phonematischer Bewusstheit
  • Eltern- und Umfeldberatung und Elterntraining
  • Handtherapeutische Maßnahmen und Gelenkschutztraining
  • Handwerkliche, spielerische und gestalterische Behandlungstechniken
  • Spiegeltherapie
  • Gedächtnis- und Hirnleistungstraining
  • Entspannungsverfahren für Erwachsene und Kinder,  Autogenes Training, progessive Muskelentspannung
  • Schienenherstellung und -anpassung
  • Integrationsunterstützung von Kindern in Regeleinrichtungen

 

Auditive Verfahren – Training der phonematischen Bewußtheit

  • Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache nach Küspert und Schneider
  • Würzburger Buchstaben-Laut-Training nach Plume und Schneider
  • Diagnostik und Therapie auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen bei Schulkindern nach Nikisch/Heber/Burger-Gartner
  • Lesetraining, Phonematisches Training nach Audiva
  • Computergestützte Verfahren (Audiolog, Audiva, u.v.m)

 

Aufmerksamkeitstraining

  • Multimodales Aufmerksamkeits- und Gedächtnistraining für Kinder von 4-10 Jahren nach Muth-Seidel
  • Reminder – Neuropsychologisches Einzeltraining für Kinder mit Gedächtnisstörungen
  • Marburger Konzentrationstraining nach Krowatschek
  • gejo – Gehirn-Jogging nach Fischer und Lehrl
  • Konzentrationstraining/Attentioner
  • Computergestützte Verfahren

 

ADS/ADHS

  • Elterntraining nach Falk-Frühbrodt
  • Alert-Programm, Training der Selbstregulierung

 

Senioren

  • Sturzpräventionsprogramm FIT Daheim für ältere zu Hause lebende Senioren
  • Ganzheitliches Gedächtnis- und Hirnleistungstraining
  • Selbsthilfetraining, Training zu Alltagshilfen
  • Koordination- und Gleichgewichtstraining
  • Beratung der Wohnraumanpassung, Hilfsmittelberatung und -schulung, Herstellen von Hilfsmitteln
  • Angehörigenberatung, Krankheitsaufklärung
  • Sturzprophylaxe, Sichtung des Wohnumfeldes nach Gefahrenquellen
  • Förderung der motorisch-funktionellen Fähigkeiten für Mobilität und Geschicklichkeit
  • Unterstützung und Beratung im Erreichen bzw. Erhalten von größtmöglicher Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und Eigenverantwortung im Alltagsleben.
  • Training der feinmotorischen und graphomotorischen Koordination

Die sensorische Integrationstherapie z.B. Jean Ayres

Dr. J. Ayres (1920-1988), eine amerikanische Ergotherapeutin und Psychologin, war die Begründerin des Konzeptes der Sensorischen Integrationstherapie. Sie hat in einem Forschungsprojekt die Ursachen von Lernstörungen bei Kindern untersucht. Die Ergebnisse dieser Forschung zeigten eine Häufung von Verarbeitungsstörungen der Sinneswahrnehmung bei einem großen Teil von Schulkindern mit den verschiedensten Lernproblemen.

 

Sensorische Integration gehört zur normalen Entwicklung. Die Verbindung und Verarbeitung von Berührung, Bewegung, Körperhaltung, Riechen, Schmecken, Tasten, Hören und Sehen ist die elementare Grundlage von Handeln, Sprechen und Lernen.

 

Alle über die Sinnessysteme aufgenommenen Informationen werden „ integriert“. Das bedeutet, sie werden im Nervensystem und Gehirn weitergeleitet, verarbeitet und gedeutet, sodass sie in sinnvolle, der jeweiligen Situation angemessene Handlungen umgesetzt werden können.

 

Jean Ayres entwickelte einen speziellen Test zur Evaluation sensorisch integrativer Dysfunktionen.

Das Erbe Jean Ayres wird stets nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch mit verfeinerten Testverfahren und Behandlungstechniken weiterentwickelt. mehr)

 

 

 

Das Bobath-Konzept

Das Bobath-Konzept entstand in den vierziger Jahren in London durch Dr. h. c. Berta Bobath (Physiotherapeutin) und Dr. med. Karel Bobath (Neurologe und Psychiater). Als ein neurophysiologisches Verfahren bildet es eine wesentliche Grundlage der ergotherapeutischen Behandlung bei Patienten mit zerebral bedingten Bewegungs- und Handlungsfunktionseinschränkungen.

 

Das Konzept entwickelte sich empirisch und umfasst die Behandlung von Kindern und Erwachsenen in jeweils eigenständigen Bereichen.

 

Die Entstehung und Wirkungsweise des Bobath-Konzeptes beruht auf zwei Prinzipien, nämlich der neurophysiologischen Grundlage, die naturwissenschaftlich begründet ist, sowie der ganzheitlichen Sichtweise, die der Geisteswissenschaft zugeordnet werden kann.

 

Das Bobath-Konzept bei Kindern

Die neurophysiologische Arbeitshypothese von Bobath besteht in der Annahme, dass die Beeinträchtigung von Kindern mit zerebraler Bewegungsstörung vor allem durch die gestörte Haltungskontrolle gegenüber der Schwerkraft verursacht ist.

 

Die ganzheitliche Sichtweise betont das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit und nicht als Objekt mit isolierten Funktionsausfällen und Defiziten. Dabei wird der Motorik eine zentrale Bedeutung in der Gesamtentwicklung des Kindes beigemessen. Bewegung erfordert keine isoliert reagierenden Muskeln oder Muskelgruppen, sondern eine Koordinationsleistung des Gehirns. Motorisches Lernen kann nur im täglichen Handeln des Kindes erfolgreich sein.

 

Die kindliche Entwicklung wird durch eine ständige Anpassung von Sensomotorik, Neugier- und Kognitionsverhalten an die unterschiedlichsten Situationen gefördert. Neugierde, variierende Wiederholungen und Ausprobieren sind dabei die Voraussetzungen für flexible Handlungsstrategien.

 

Der Alltag wird erobert, entdeckt und bewältigt, das Kind lernt Ursache und Wirkung zu erkennen sowie Zusammenhänge herzustellen.

 

Das Bobath-Konzept bei Erwachsenen

Die Behandlung Erwachsener umfasst die Anbahnung und das Wiedererlernen von Bewegungen und Funktionen mit dem Ziel, wieder eine größtmögliche Selbständigkeit bei der Erfüllung der täglichen Anforderungen und der Integration in die gewohnte Umgebung bzw. den Beruf zu erreichen.

 

Ergotherapeuten transferieren dieses Behandlungskonzept in den Alltag des Patienten. Sie nutzen gezielte Aktivitäten, um Ziele wie z.B. die Bewegungskontrolle beim Anziehen anzubahnen.

 

Dem Akutstadium kommt eine große Bedeutung zu. Es sollte so früh wie möglich mit der ergotherapeutischen Behandlung begonnen werden. Alle Beteiligten müssen ganzheitlich und alltagsnah zusammenarbeiten. (mehr)

 

 

 

Das Castillo Morales Therapiekonzept

Das von Dr. Castillo Morales entwickelte Therapiekonzept ist ein ganzheitliches, neurophysiologisch orientiertes Konzept zur Behandlung von sensomotorischen und orofacialen Störungen bei Kindern und Erwachsenen. Es wird besonders bei Patienten mit einer muskulären- angeboren oder erworbenen- Hypotonie oder nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Zerebralparese angewendet.

 

Das Konzept beruht auf den Lebensgewohnheiten der Eingeborenen Lateinamerikas, wie sie das Leben beobachten, handeln, kommunizieren und ihr Leben reflektieren. Für den Therapeuten ergibt sich daraus der folgende Therapieablauf: Das Beobachten, das Therapieren bzw. Handeln und das Reflektieren.

 

Zur Durchführung des Konzeptes spielen neben den verschiedenen Techniken auch Aspekte wie Bewegung, Funktion, Kommunikation, sensorische Entwicklung und sensomotorische Aktivität eine wichtige Rolle.

 

Die Motivation des Patienten ist von grundlegender Bedeutung. Daher muss die Umgebung motivierend auf den Menschen wirken, um einen sich gegenseitig befruchtenden Prozess in Gang zu setzen. (mehr)

 

 

 

Die tiefenpsychologisch fundierte Gestaltungstherapie

Unter tiefenpsychologisch orientierter Gestaltungstherapie versteht man eine Therapie mit bildnerischen Mitteln.

Die Techniken und Methoden der Gestaltungstherapie eignen sich, entsprechend variiert, für Kinder und Erwachsene. Die Gestaltungstherapie basiert auf den theoretischen Modellen der Psychoanalyse.

Die bildhafte Gestaltung wird grundsätzlich in Beziehung zur Therapie betrachtet. Ihr Entstehungsprozeß, ihre Form und Struktur wird als Ausdrucksträger der psychischen Innenwelt des Patienten verstanden. Sie wird durch das Medium der bildhaften Gestaltung sichtbar und einer therapeutischen Bearbeitung zugänglich gemacht. Durch den gestalterischen Prozess wird ein Vorgang der seelischen Strukturierung und Selbstorganisation ermöglicht. (mehr)

 

 

 

Das Frostig-Konzept

Das Frostig-Konzept als neuropsychologisches Behandlungsverfahren wurde von Marianne Frostig entwickelt und dient der Behandlung von Kindern mit Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen. Diese sind häufig die Ursache für Lernprobleme im Schulalter.

 

Mit dem weltweit bekannten und erprobten Frostig-Programm zur frühzeitigen und systematischen Förderung der visuellen Wahrnehmungsfunktionen wird die allgemeine Wahrnehmung verbessert und die Gefahr schulischen Versagens vermindert.

 

Grundlage dieses Programms stellt der Frostig-Test der visuellen Wahrnehmung (FEW, DTVP2) dar. Er erfasst mit verschiedenen Untertests Grundfunktionen der visuellen Wahrnehmung wie Augen-Hand-Koordination, Figur-Grund- Unterscheidung, Form-Konstanz und die Identifikation und Reproduktion von Gestalten.

 

Des weiteren entwickelte Marianne Frostig den Frostig-Test der motorischen Entwicklung (FTM), der eine diagnostische Testbatterie zur Beurteilung der sensomotorischen Entwicklung von Kindern für die Bewegungsmerkmale Koordination, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Kraft und Gleichgewicht enthält. Zudem kann ein entsprechendes Trainingsprogramm zusammengestellt werden.

 

Das Frostig-Konzept verbindet somit mit seinem ganzheitlichen Ansatz die kindliche Entwicklungsförderung und die Behandlung von Lern- und Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen. (mehr)

Testverfahren/Screnningverfahren

Defizite der kindlichen Entwicklung können u.a. mit Hilfe von standardisierten Tests erfasst werden und stellen eine professionelle Diagnostik dar. Des Weiteren werden sie als Verlaufsdiagnostik eingesetzt.

Hier ein Überblick der bei uns eingesetzten Testverfahren mit kurzer Beschreibung:

  • COPM (Canadian Occupational Performance Measure)

  • COPMa-kids  (Kinder zu Wort kommen lassen - Die adaptierte Version des Canadian Occupational Performance Measure für Grundschulkinder)

  • Kids Activity Cards

  • Benutzerhandbuch für das Occupational Self Assessment (OSA)

  • Checklisten des Model of Human Occupation:

    Interessen-Checkliste (Interest Checklist), Rollen-Checkliste (Role Checklist), Aktivitäten-Protokoll (Activity Record), Fragebogen zur Betätigung (Occupational Questionnaire)

  • The Assessment of Communication and Interaction Skills (ACIS)

    Das Assessment der Kommunikations- und Interaktionsfertigkeiten

  • WRI - Benutzerhandbuch für das Worker Role Interview

  • MOT 4-6, Motoriktest für 4-6jährige Kinder
  • DMB, Diagnostisches Inventar motorischer Basiskompetenzen
  • DL-KG, Diffentieller Leistungstest für Kinder im Grundschulalter
  • DL-KE, Diffentieller Leistungstest für Kinder im Vorschulalter
  • DTVP2/FEW2, Developmental Test of Visual Perception
  • Mottier, dient zur Prüfung der phonematischen Speicherung, der sprechmotorischen Koordination und der Artikulation
  • SPM, Standard Progressive Matrices
  • DEF-TK, Diagnostischer Elternfragebogen zur Taktil-Kinästhetischen Responsivität im frühen Kindesalter
  • TÜKI, Tübinger Luria-Christensen Neuropsychologische Untersuchungsreihe für Kinder
  • GMT, Graphomotorische Testbatterie
  • HDT, Handdominanztest
  • SI-klinische Beobachtungen, klinische Beobachtungen der sensorischen Integration
  • Strassmeier, Entwicklungstest zur Feststellung von Entwicklungsverzögerungen von 0-5 Jahre
  • DCS, Diagnostikum für Cerebralschädigungen
  • DEF, Diagnostischer Elternfragebogen
  • WN-FBG, Wahrnehmungsfragebogen
  • Hantierungstest
  • Neurologisches Befundsystem
  • Barthels-Index
  • DES, Diagnostische Einschätzskalen der Entwicklung und Schulfähigkeit
  • Schulstarter-Screnning zum Erfassen der Lernvoraussetzungen für 1. Klasse
  • D2-Aufmerksamkeits-Belastungstest
  • Mannzeichentest, Diagnostisches Hilfsmittel zur Einschätzung der Schulreife und Wahrnehmungsentwicklung

Unsere Praxis

Sprechzeiten:

Montag bis Freitag

von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr

 

Barrierefreier Zugang

 

Hausbesuche sind nach

ärztlicher Verordnung möglich

 

Alle Kassen und Privat

 

 

Terminabsprache

Tel.:  06 81-958 09 75

Fax.: 06 81-958 09 74

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